Das Liniendiagramme zeigt die Personalfluktuation in den Jahren 2012 bis 2024. Dargestellt wird der Anteil der Betriebe mit Personalzugängen und der Anteil der Betriebe mit Personalabgängen sowie die durchschnittliche Personalzugangs- und -abgangsrate. Alle Kurven zeigen über den kompletten Zeitraum den gleichen Trend, wobei die Schwankungen beim Anteil der Betriebe mit Personalzugängen zwischen 29 und 35 Prozent liegen, beim Anteil der Betriebe mit Personalabgängen zwischen 28 und 32. Die Personalzugangsrate verläuft zwischen 5 und 8 Prozent, die Personalabgangsrate zwischen 5 und 6 Prozent Alle Kurven steigen von 2013 bis 2019 leicht an. Im Laufe der Corona-Krise 2020 und 2021 kommt es zu einer deutlichen Absenkung, bevor im Jahr 2022 annähernd das Vor-Krisen-Niveau erreicht wird. Von 2022 bis 2024 gibt es einen leichten Rückgang aller Kurven. Die Daten stammen aus dem IAB-Betriebspanel.

Die Wirtschaftslage spiegelt sich auch darin wider, wie sich die Zahl der Zu- und Abgänge von Beschäftigten in den Betrieben entwickelt. In guten konjunkturellen Jahren stellen Betriebe verstärkt Personal ein und Beschäftigte wechseln häufiger den Arbeitgeber.

Dies war insbesondere in den Jahren 2013 bis 2019 zu beobachten, bevor die Coronakrise in den Jahren 2020 und 2021 zu einem starken Einbruch bei den Personaleinstellungen führte. In diesem Zeitraum sank auch der Anteil der Betriebe mit Personalabgängen sowie der Anteil der Beschäftigten, die ihren Betrieb verließen.

Bis zum Jahr 2022 entspannte sich die Situation am Arbeitsmarkt wieder: Der Arbeitskräftebedarf der Betriebe erhöhte sich und erreichte nahezu das Vorkrisenniveau. Die darauffolgende wirtschaftliche Eintrübung führte jedoch 2023 zu einem erneuten Rückgang der Personaleinstellungen und -abgänge – was sich auch 2024 fortsetzte.

Der Rückgang der Personalfluktuation ist insofern problematisch, als dieser das Tempo der wirtschaftlichen Transformation tendenziell verzögert. Dadurch wird auch der erforderliche Personalaufbau in Branchen mit hohem Wachstumspotenzial gebremst.

Autorin

Barbara Schwengler

 

DOI: 10.48720/IAB.FOO.GA.20250401.01